10.1.13

Ein Bettenhochhaus ist ein Hochhaus ist kein Flachbau

Geneigte Leserschaft! 


Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Fabriken nie in Hochhäusern untergebracht sind? Oder warum es keinen Supermarkt im 20. Stock gibt? Vielleicht auch, warum Containerlager eher bodenständig als in großen Höhen zu finden sind? 

Nein? Dann haben Sie sich auch bestimmt noch nie gefragt, warum Krankenhäuser nie in Hochhäusern untergebracht sind. "Aber, das Bettenhochhaus..." werden Sie jetzt sagen. Und ein bisschen Recht haben Sie damit auch. Aber ist es wirklich sinnvoll, ein Krankenhaus, welches ja auch eine ganze Menge an Material braucht und verbraucht, Abfall produziert und den Patienten meistens das Essen bis ans Bett bringt, in über 20 Stockwerken unterzubringen? 

Oder hätte man im Rahmen der Umbauarbeiten an der Charité nicht vielleicht mal überlegen sollen, ob nicht der letzte Krankenhausturm in Deutschland geschliffen werden kann? 

Aber es gibt noch eine Hoffnung! Wenn man nämlich das Bettenhochhaus von unten nach oben saniert, kann man einfach auf der Etage aufhören, auf der das Geld aus ist. Denn welches größere Bauprojekt seit dem Koloss von Rhodos wurde schon zu dem Preis fertig, zu dem es angefangen wurde? 

Denn selbst wenn kein Asbest gefunden wird, dürfte der Finanzrahmen für den Umbau locker gesprengt werden. Und auch wenn unser geliebter Führer KME es bei dem Interimsbau ganz clever geschafft hat, die Kosten zum Teil auf die Fakultät abzuwälzen (indem er nämlich die von der Klinik zu tragenden investiven Mittel für den Containerkauf in von der Fakultät mitzutragende konsumtive Ausgaben für die Containeranmietung umwandelte, und damit mal wieder eine veritable Sparwelle an der Fakultät induzierte, unter der Lehre und Forschung schon bald leiden werden), dies dürfte ihm bei der Größenordnung der Umbaukosten kein weiteres Mal gelingen. 

Gut, dass durch das Berliner Institut für Gesundheitsforschung, das Charité und Max-Delbrück-Centrum bilden werden, demnächst einige Dutzend Millionen Euro in die Kassen gespült werden. Dumm nur, dass diese zu weiten Teilen schon versprochen wurden. Gut wiederum, dass Versprechungen des VorSTands an der Charité eh niemand mehr Glauben schenkt. Dann kann und wird man das Geld nämlich gleich an die Baufirmen weiterleiten und die ÄrztInnen, ForscherInnen und Studierenden an der Charité dürfen mal wieder den Gürtel enger schnallen. Vom Pflegepersonal und den von der CFM geknechteten Arbeitssklaven ganz zu schweigen. 

Und wenn dann im Wahljahr 2016 der Eröffnungstermin des neuen Bettenhochhauses überraschend verschoben werden muss, ist vielleicht schon der Flughafen BER fertig, so dass KME und Wowereit dem Berliner Baustaub durch einen Flug in die Südsee elegant entkommen können. 

Mit ausgeschöpften Grüßen 


Ihre Mistprinten


3.12.12

Geneigte Leserschaft!

Brennt Ihnen was unter den Fingernägeln? Liegt Ihnen etwas quer im Magen? Haben Sie Informationen oder Anregungen, die Sie gerne mal hier im Blog lesen würden? Sehr gut! Schreiben Sie uns. Den Fängen der Charité und den Schlägertruppen der Facilitiy Mafia ein bisschen entkommen, braucht die Redaktion jetzt Ihre Mithilfe um wieder über Missstände und Verrücktheiten am Mutterschiff berichten zu können.

Schicken Sie Anregungen, geheime Dokumente und den neuesten Tratsch vertraulich an:

Philipp.Virchow@gmail.com

 Mit informellen Grüßen

Ihre Mistprinten


8.5.11

300 Jahre - 1600 Euro

Geneigte Leserschaft!

Er ist schon ein Fuchs, unser KME. Vier Monate vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus missbraucht er den berechtigten Unmut seiner Angestellten, um für sich selbst beim Senat eine Gehaltserhöhung von 3-4% einzufordern. Das zeugt insofern von eiskalter Kalkulation, als dass KME es ist, der den Unmut des gemeinen Fußvolkes mit einer Gehaltserhöhung dämpfen und unter Verschluss halten kann, oder aber auf Eskalation setzen und dem Senat damit mitten im Wahlkampf eine Grundsatzdiskussion über die Charité aufzwingen kann. Vor so viel Geldgeilheit können die Mistprinten nur ihr Haupt neigen und KME dazu gratulieren, dass er mit 41.600€ brutto im Monat dann sage und schreibe 41,6mal so viel verdient wie ein von der Charité über die CFM geknechteter Pförtner.

Mit machiavellistischen Grüßen,

ihre Mistprinten


6.5.11

Drei Fragen an die Anatomie

Geneigte Leserschaft!

Die Anatomie befindet sich im Ausstand: Es wird demonstriert, Lehrveranstaltungen fallen aus, und angeblich hat man jetzt auch das Forschen eingestellt. Und das alles, um gegen Stellenreduzierung und damit angeblich einhergehende Lehrverschlechterung zu streiken.

Dazu haben die drei Mistprinten drei Fragen:

1. Hat in den letzten vier Semester jede an/in der Anatomie angestellte Person überhaupt die Semesterwochenstunden Lehre erbracht, zu der sie laut Arbeitsvertrag verpflichtet ist? Insbesondere bei den guten alten Lehrstühlen fällt es zuweilen schwer, die 9 SWS zu finden, die da angeblich gelehrt wurden.

2. Liegt die Schlechtigkeit des Histologiekurses wirklich im Personaltableau begründet?

3. Werden Dozierende, deren schlechte Lehrveranstaltungen, sowohl Vorlesungen als auch Präpkurse seit Jahr(zehnt)en schlecht bewertet werden, plötzlich motivierter und besser, nur weil ihre Kollegen andere Arbeitsverträge bekommen?

Oder sind die Probleme in der Lehre nicht doch eher struktureller Natur und von demotivierten Professoren verursacht?

Mit kritischen Grüßen,

ihre Mistprinten

5.5.11

Den Paten entgleitet die Macht

Geneigte Leserschaft!


Es herrscht Meuterei auf dem Mutterschiff. Doch während der Zonenturm in einem Fahnenmeer versinkt, wundert sich die Eiskönigin aus dem GB Unternehmenskommunikation öffentlich über das Streikpotenzial, das an der Charité herrscht. Das ist insofern amüsant, als es zu ihrer Abgeordnetentätigkeit geschah, dass die CFM vom Mutterschiff abgespalten wurde und seitdem wie eine Chimäre aus Putzerfisch und Elster allen Dreck und alles Geld von der Charité wegfrisst.

Nachdem nun auch noch die seit 300 Jahren auf Krawall gebürsteten Anatomen als Trittbrettfahrer auftreten und Studierende darum kämpfen müssen, in ihre Hörsäle gelassen zu werden (Erinnern Sie sich an die von uns prophezeiten Eintrittsgelder für Vorlesungen?) kommt eine vollkommen neue Akteurin ins Spiel: Die Bundesbildungsministerin, ansonsten eher bekannt für ihr elegantes Schweigen und ihre Messerstöße ins Herz von abschreibenden Verteidigungsministern, schlägt vor, die Charité zu einer Bundesuniversität zu machen. Großartig! Was würde einer Universität mit 4 Campi; 2 Mutteruniversitäten; einer ausgegliederten, ständig verrückt spielenden Facility Mafia; einem Raumproblem, dass selbst mit einem zweiten Bettenhochhaus nicht zu lösen wäre; einer riesigen Faulschlammblase unter ihrem einzigen Neubauprojekt und der nur auf ihre Entdeckung wartenden Asbestverseuchung besser tun, als wenn auch noch ein (Schavan), zwei (Schavan und Schäuble) oder gar drei (Schavan, Schäuble und Rösler) Bundesminister fragen, ob sie mitspielen dürfen?! Wird die CFM ihre Machtposition, beruhend auf Erpressung und Ausbeutung, beibehalten können? Werden die Anatomen zugeben müssen, dass die miese Qualität des Histologie-Kurses sich auch mit mehr Geld nicht verbessern lässt? Werden die Physiologen ihre Praktika dann von Praktikanten des Bundestages aufbauen lassen? Und wird es dann im Vorklinikbau Räume für die Vorklinik geben? Und wem werden die Toiletten gehören?


Liebe Leserinnen und Leser, Sie merken schon am ungehaltenen Schreibstil unseres Autorenkollektivs, dass derzeit viel passiert und die Dinge sich überschlagen, wie es unser aller Lieblingspesthaus seit Ausbruch der Cholera nicht mehr erlebt hat. Wenn Sie jetzt von der ganzen Aufregung Kopfschmerzen bekommen oder nicht mehr wissen, was Sie denken sollen, haben wir einen Tipp für Sie: Nehmen Sie ihre Warnweste aus dem Auto und setzen Sie sich einfach vor ihrem Büro auf den Boden: Ein Streikender mehr oder weniger fällt in diesen Tagen auch nicht mehr auf.

Mit kollegialen Grüßen,

ihre Mistprinten