8.5.11

300 Jahre - 1600 Euro

Geneigte Leserschaft!

Er ist schon ein Fuchs, unser KME. Vier Monate vor den Wahlen zum Abgeordnetenhaus missbraucht er den berechtigten Unmut seiner Angestellten, um für sich selbst beim Senat eine Gehaltserhöhung von 3-4% einzufordern. Das zeugt insofern von eiskalter Kalkulation, als dass KME es ist, der den Unmut des gemeinen Fußvolkes mit einer Gehaltserhöhung dämpfen und unter Verschluss halten kann, oder aber auf Eskalation setzen und dem Senat damit mitten im Wahlkampf eine Grundsatzdiskussion über die Charité aufzwingen kann. Vor so viel Geldgeilheit können die Mistprinten nur ihr Haupt neigen und KME dazu gratulieren, dass er mit 41.600€ brutto im Monat dann sage und schreibe 41,6mal so viel verdient wie ein von der Charité über die CFM geknechteter Pförtner.

Mit machiavellistischen Grüßen,

ihre Mistprinten


6.5.11

Drei Fragen an die Anatomie

Geneigte Leserschaft!

Die Anatomie befindet sich im Ausstand: Es wird demonstriert, Lehrveranstaltungen fallen aus, und angeblich hat man jetzt auch das Forschen eingestellt. Und das alles, um gegen Stellenreduzierung und damit angeblich einhergehende Lehrverschlechterung zu streiken.

Dazu haben die drei Mistprinten drei Fragen:

1. Hat in den letzten vier Semester jede an/in der Anatomie angestellte Person überhaupt die Semesterwochenstunden Lehre erbracht, zu der sie laut Arbeitsvertrag verpflichtet ist? Insbesondere bei den guten alten Lehrstühlen fällt es zuweilen schwer, die 9 SWS zu finden, die da angeblich gelehrt wurden.

2. Liegt die Schlechtigkeit des Histologiekurses wirklich im Personaltableau begründet?

3. Werden Dozierende, deren schlechte Lehrveranstaltungen, sowohl Vorlesungen als auch Präpkurse seit Jahr(zehnt)en schlecht bewertet werden, plötzlich motivierter und besser, nur weil ihre Kollegen andere Arbeitsverträge bekommen?

Oder sind die Probleme in der Lehre nicht doch eher struktureller Natur und von demotivierten Professoren verursacht?

Mit kritischen Grüßen,

ihre Mistprinten

5.5.11

Den Paten entgleitet die Macht

Geneigte Leserschaft!


Es herrscht Meuterei auf dem Mutterschiff. Doch während der Zonenturm in einem Fahnenmeer versinkt, wundert sich die Eiskönigin aus dem GB Unternehmenskommunikation öffentlich über das Streikpotenzial, das an der Charité herrscht. Das ist insofern amüsant, als es zu ihrer Abgeordnetentätigkeit geschah, dass die CFM vom Mutterschiff abgespalten wurde und seitdem wie eine Chimäre aus Putzerfisch und Elster allen Dreck und alles Geld von der Charité wegfrisst.

Nachdem nun auch noch die seit 300 Jahren auf Krawall gebürsteten Anatomen als Trittbrettfahrer auftreten und Studierende darum kämpfen müssen, in ihre Hörsäle gelassen zu werden (Erinnern Sie sich an die von uns prophezeiten Eintrittsgelder für Vorlesungen?) kommt eine vollkommen neue Akteurin ins Spiel: Die Bundesbildungsministerin, ansonsten eher bekannt für ihr elegantes Schweigen und ihre Messerstöße ins Herz von abschreibenden Verteidigungsministern, schlägt vor, die Charité zu einer Bundesuniversität zu machen. Großartig! Was würde einer Universität mit 4 Campi; 2 Mutteruniversitäten; einer ausgegliederten, ständig verrückt spielenden Facility Mafia; einem Raumproblem, dass selbst mit einem zweiten Bettenhochhaus nicht zu lösen wäre; einer riesigen Faulschlammblase unter ihrem einzigen Neubauprojekt und der nur auf ihre Entdeckung wartenden Asbestverseuchung besser tun, als wenn auch noch ein (Schavan), zwei (Schavan und Schäuble) oder gar drei (Schavan, Schäuble und Rösler) Bundesminister fragen, ob sie mitspielen dürfen?! Wird die CFM ihre Machtposition, beruhend auf Erpressung und Ausbeutung, beibehalten können? Werden die Anatomen zugeben müssen, dass die miese Qualität des Histologie-Kurses sich auch mit mehr Geld nicht verbessern lässt? Werden die Physiologen ihre Praktika dann von Praktikanten des Bundestages aufbauen lassen? Und wird es dann im Vorklinikbau Räume für die Vorklinik geben? Und wem werden die Toiletten gehören?


Liebe Leserinnen und Leser, Sie merken schon am ungehaltenen Schreibstil unseres Autorenkollektivs, dass derzeit viel passiert und die Dinge sich überschlagen, wie es unser aller Lieblingspesthaus seit Ausbruch der Cholera nicht mehr erlebt hat. Wenn Sie jetzt von der ganzen Aufregung Kopfschmerzen bekommen oder nicht mehr wissen, was Sie denken sollen, haben wir einen Tipp für Sie: Nehmen Sie ihre Warnweste aus dem Auto und setzen Sie sich einfach vor ihrem Büro auf den Boden: Ein Streikender mehr oder weniger fällt in diesen Tagen auch nicht mehr auf.

Mit kollegialen Grüßen,

ihre Mistprinten


8.3.11

Zum 101. Internationalen Frauentag ...

... mal ein paar Zahlen für das Jahr 2009:


63,5% der Charité-Studierenden sind weiblich

55,5% der Promovierenden sind weibich

49,3% der wissenschftlichen MitarbeiterInnen sind weiblich

29,4% der Habilitierenden sind weiblich

22,7% der Berufungen gehen an Frauen

16,8% der ProfessorInnen sind weiblich


(Quelle: Bildung durch Wissenschaft, Antragsskizze der HU zur Exzellenzinitiative. Berlin. 2010.)



17.2.11

Gründung einer "Bad Charité" geplant!

Geneigte Leserschaft!

Der VorSTandsvorsitzender des Mutterschiffes scheint seine ganz eigenen Lehren aus der Finanzkrise gezogen zu haben. Während andere Unikliniken in Hessen unter dem Joch der Privatisierung leiden und die Charité bereits mit der Privatisierung ihrer Hausmeisterei eine geldgierige Mafia geschaffen hat (wir berichteten), will der große KME jetzt auch noch das Uniklinikum in eine Aktiengesellschaft umwandeln, um endlich Schulden aufnehmen zu können. Welch glorreiche Idee! Ein Fass ohne Boden in ein Loch ohne Boden umzuwandeln! Na, wenn das nicht den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften an die Charité bringt, wo sollen wir dann jemals wieder einen Nobelpreis herkriegen? Jetzt muss nur noch geklärt werden, ob die gammelige Küche im Fresswürfel in eine eigene "Bad Charité" ausgelagert wird oder als "Sondervermögen" in der neuen Aktiengesellschaft verbleibt.

Wie genau das mit dem zukunftsorientierten Schulden machen funktioniert, erklärt Ihnen übrigens folgendes Video recht anschaulich:




Während KME gerne eine Charité AG hätte, favorisiert unser Bildungssenator Zöllner allerdings eine Charité GmbH, so dass wir eine letzte, große Hoffnung haben können, nicht eines Tages vor dem völligen Chaos teil- ganz- und gar nicht privatisierter Charité-Teile zu stehen: Ein über die Presse ausgetragener Zickenkrieg um die bessere Gesellschaftsform, der so lange dauert, bis niemand mehr Lust hat, etwas zu verändern. Nur soll es nicht um Sozialismus vs. Kapitalismus, CBF vs. CVK, Ost vs. West gehen, sondern um AG vs. GmbH. Aber das KME zu einer Presseschlacht in der Lage ist, hat er im Duell mit dem Finanzsenator Nußbaum ja bereits eindrucksvoll bewiesen.

Wir meinen: Ring frei! Möge Keiner von Beiden gewinnen!


Mit staatsmonopolkapitalistischen Grüßen,

Ihre Mistprinten



1.2.11

Feuer in der alten Zahnklinik

Geneigte Leserschaft!

Wer Kontakte ins Versicherungsgewerbe hat, weiß vielleicht, dass schlecht laufende Gaststätten eher auf mysteriöse Art und Weise in Flammen aufgehen, als dass sie geordnet Insolvenz anmelden. Doch warum brannte am 17. Januar 2011, zu Zeiten, wo im Referat für Studienangelegenheiten sonst nur Kaffee getrunken und über die viele, unmöglich zu schaffende Arbeit gejammert wird, die alte Zahnklinik beinahe ab? Ja, zweifelsfrei, wenn die Charité eine Gaststätte wäre, müsste schon längst mal jemand den Kanister Benzin geordert haben, um die ganze Misswirtschaft in einem ordentlichen Versicherungsbetrug enden zu lassen. Aber die alte Zahnklinik? Wer könnte ein Motiv haben, dieses Schmuckstück einstmals glorreicher Zeit, ganz in Reichweite des legendären Weinkellers im Bundeswirtschaftsministerium, anzuzünden?

Wir haben uns mal Gedanken gemacht:

1. Die Stundenplaner: Am 17. Januar waren die Stundenpläne für das nächste Semester bereits 14 Tage überfällig. nach 14 Tagen intensiven Ausredensuchens könnte man auf die Idee gekommen sein, einfach den Arbeitsplatz anzuzünden und die fehlenden Stundenpläne zum Opfer der Flammen zu erklären.

2. Die Raumplaner: Das warten auf das Raumnotchaos lähmt die Fakultät seit Jahresbeginn, jeder hat Angst, auch nur einen Schlüssel in ein Schloss zu stecken, aus Furcht, dass ihm deswegen der schwarze Peter zugeschoben wird, sobald erkannt wird, dass 50 Kleingruppen nicht in 40 Räume passen. Mit dem Brand gäbe es jetzt eine höhere, schuldige Gewalt, und die Mitarbeiter der Fakultät könnten wieder ohne Angst arbeiten.

3. Die Lernzentristen: Eine ominöse, statusübergreifende Sekte will im Virchowweg 24 ein Lernzentrum errichten und dort schwarze Lernmessen zelebrieren. Die Sekte wird im Moment dadurch gelähmt, dass ihr heiliger Ort an finanzkräftige Ungläubige verkauft werden soll. Der Brand hat jedoch potenzielle Immobilienkäufer abgeschreckt und könnte den Lernzentristen so helfen, ihren Wahn in die Tat umzusetzen.

4. Der VorSTand: Die Clique aus dem Althoff-Haus wäre gut beraten, das Bettenhochhaus einem warmen Abriss zu unterziehen, anstatt dort beim Erneuern der Tapeten irgendwann feststellen zu müssen, dass in der DDR mit Asbest gebaut wurde. Bis jetzt behaupten KME und AGK ja noch, dass die DDR zwar immer Asbest verbaut hätte, nur bei der Charité nicht. Doch vielleicht ahnt der VorSTand ja, dass auch in den Mauern des Bettenhochhauses der gute russische Rohstoff schlummern könnte? Dann wären sie gut beraten, schonmal den warmen Abriss an einem kleineren Gebäude zu üben, um später schnell zur Tat schreiten zu können. Denn Asbest brennt schlecht, und es ist noch keiner Meister vom Himmel gefallen. (Es hat auch noch nie ein Meister im Referat für Studienangelegenheiten gearbeitet, aber das ist ein anderes Thema)

Das sind vier bestechend logische Motive, die so viele potentielle Täter vermuten lassen, dass wir ihnen den hiesigen Raum für Spekulationen lassen wollen, bevor wir bei Gelegenheit den endgültigen Beweis veröffentlichen werden...

Jedoch sei noch ein Lob an dieser Stelle angebracht: Anders als die Dilettanten im Virchowweg, die nichtmal ordentlich kokeln können, hat die für ihre Freundlichkeit gefürchtete Pressefee der Charité ganze Arbeit geleistet: Im Tagesspitzel ist tatsächlich von "modernen [sic!] Labors" die Rede. Als ob es so etwas auf dem Mutterschiff geben würde!

Mit Verlaub,

ihre Mistprinten


18.1.11

CFM immer dreister!

Liebe Leserinnen und Leser,

(inbesondere diejenigen unter Ihnen, die so wichtig sind, dass unsere Artikel Ihnen als Ausdruck von Ihren Sekretärinnen vorgelegt werden,)


eigentlich hatten wir unsere Schreibmaschinen ja auf dem Dachboden verstaut und uns auf ein schönes Leben von Tantiemen eingestellt, bis wir jetzt Informationen zugespielt bekamen, die so brisant sind, dass sie locker für einen Pulitzer-Preis, einen Nannen-Preis und einen 15jährigen Aufenthalt im chinesischen Szene-Gefängnis in Jinzhou (Liaoning) ausreichen sollten!


Die Charité Facility Mafia (CFM) hat ihre letzte Maske der Menschlichkeit fallengelassen und verlangt jetzt selbst von der studentischen Initiative "Teddyklinik" Schutzgeld im vierstelligen Euro-Bereich. Die Nachfrage, ob ein so gemeinnütziges Projekt nicht umsonst in den Räumen der Charité veranstaltet werden sollte, beantwortete die große Berliner Schwester der ’Ndrangheta mit einem abgerissenen Teddybärenkopf im Bett der Veranstalterin. Die Schlägertruppen der CFM, die auf den Charité-Campi bereits seit längerem ungestört in ihren dekadent-protzigen Golfcarts patroullieren, wurden von ihrem Paten in Alarmbereitschaft versetzt und reagieren auf Ansprache noch abweisender als sonst. Als Zeichen ihres guten Organisationsgrades hat die Charité Facilitiy Mafia ihren Vorposten im Foyer des Bettenhochhauses an Leihmafiosis der russischen Mafia abgetreten, die dort jetzt das typische Codeword "Ham wa nicht!" mit russichem Akzent den anrufenden Unterbossen entgegenraunt.

Die Studierenden an der Charité sind nervös wie nie und offensichtlich angespannt. Jeder hat Angst vor der nächsten Aktion, die alle treffen soll: Bisher unbestätigten Gerüchten zufolge will die CFM ab dem nächsten Semester Vorlesungs-Schutzgeld in Höhe von 2 Euro je Person und Vorlesung verlangen und das Geld direkt am Hörsaaleingang von den Studierenden abpressen.

Professor "Die wollen den Präparierkurs abschaffen!!!" BachM. äußerte die Befürchtung, dass selbst die Streber mit maximaler Leidensbereitschaft dann nicht mehr in seine "Vorlesungen" kommen würden, wenn sie für sein Genuschel auch noch Eintritt bezahlen müssten.

Pete Cubus (Evaluation) freut sich, dass er mit dann (noch) schlechter besuchten Vorlesungen eine weitere und endlich mal neue Ausrede für die schlechte Teilnahme an der Evaluation bekommt.

Der PDL nahm das Problem zur Kenntniss und versprach, es bis spätestens Winter 2015 gelöst zu haben, unter der Bedingung, dass der VorSTand ihm keine Steine in den Weg legt.


Wir melden uns mit diesem Beitrag zurück und werden den mafiösen Sumpf, der das Mutterschiff wieder mal umgibt, mit journalistischen Kräften endgültig trocken legen!

Ihre Mistprinten