17.2.11

Gründung einer "Bad Charité" geplant!

Geneigte Leserschaft!

Der VorSTandsvorsitzender des Mutterschiffes scheint seine ganz eigenen Lehren aus der Finanzkrise gezogen zu haben. Während andere Unikliniken in Hessen unter dem Joch der Privatisierung leiden und die Charité bereits mit der Privatisierung ihrer Hausmeisterei eine geldgierige Mafia geschaffen hat (wir berichteten), will der große KME jetzt auch noch das Uniklinikum in eine Aktiengesellschaft umwandeln, um endlich Schulden aufnehmen zu können. Welch glorreiche Idee! Ein Fass ohne Boden in ein Loch ohne Boden umzuwandeln! Na, wenn das nicht den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften an die Charité bringt, wo sollen wir dann jemals wieder einen Nobelpreis herkriegen? Jetzt muss nur noch geklärt werden, ob die gammelige Küche im Fresswürfel in eine eigene "Bad Charité" ausgelagert wird oder als "Sondervermögen" in der neuen Aktiengesellschaft verbleibt.

Wie genau das mit dem zukunftsorientierten Schulden machen funktioniert, erklärt Ihnen übrigens folgendes Video recht anschaulich:




Während KME gerne eine Charité AG hätte, favorisiert unser Bildungssenator Zöllner allerdings eine Charité GmbH, so dass wir eine letzte, große Hoffnung haben können, nicht eines Tages vor dem völligen Chaos teil- ganz- und gar nicht privatisierter Charité-Teile zu stehen: Ein über die Presse ausgetragener Zickenkrieg um die bessere Gesellschaftsform, der so lange dauert, bis niemand mehr Lust hat, etwas zu verändern. Nur soll es nicht um Sozialismus vs. Kapitalismus, CBF vs. CVK, Ost vs. West gehen, sondern um AG vs. GmbH. Aber das KME zu einer Presseschlacht in der Lage ist, hat er im Duell mit dem Finanzsenator Nußbaum ja bereits eindrucksvoll bewiesen.

Wir meinen: Ring frei! Möge Keiner von Beiden gewinnen!


Mit staatsmonopolkapitalistischen Grüßen,

Ihre Mistprinten



1.2.11

Feuer in der alten Zahnklinik

Geneigte Leserschaft!

Wer Kontakte ins Versicherungsgewerbe hat, weiß vielleicht, dass schlecht laufende Gaststätten eher auf mysteriöse Art und Weise in Flammen aufgehen, als dass sie geordnet Insolvenz anmelden. Doch warum brannte am 17. Januar 2011, zu Zeiten, wo im Referat für Studienangelegenheiten sonst nur Kaffee getrunken und über die viele, unmöglich zu schaffende Arbeit gejammert wird, die alte Zahnklinik beinahe ab? Ja, zweifelsfrei, wenn die Charité eine Gaststätte wäre, müsste schon längst mal jemand den Kanister Benzin geordert haben, um die ganze Misswirtschaft in einem ordentlichen Versicherungsbetrug enden zu lassen. Aber die alte Zahnklinik? Wer könnte ein Motiv haben, dieses Schmuckstück einstmals glorreicher Zeit, ganz in Reichweite des legendären Weinkellers im Bundeswirtschaftsministerium, anzuzünden?

Wir haben uns mal Gedanken gemacht:

1. Die Stundenplaner: Am 17. Januar waren die Stundenpläne für das nächste Semester bereits 14 Tage überfällig. nach 14 Tagen intensiven Ausredensuchens könnte man auf die Idee gekommen sein, einfach den Arbeitsplatz anzuzünden und die fehlenden Stundenpläne zum Opfer der Flammen zu erklären.

2. Die Raumplaner: Das warten auf das Raumnotchaos lähmt die Fakultät seit Jahresbeginn, jeder hat Angst, auch nur einen Schlüssel in ein Schloss zu stecken, aus Furcht, dass ihm deswegen der schwarze Peter zugeschoben wird, sobald erkannt wird, dass 50 Kleingruppen nicht in 40 Räume passen. Mit dem Brand gäbe es jetzt eine höhere, schuldige Gewalt, und die Mitarbeiter der Fakultät könnten wieder ohne Angst arbeiten.

3. Die Lernzentristen: Eine ominöse, statusübergreifende Sekte will im Virchowweg 24 ein Lernzentrum errichten und dort schwarze Lernmessen zelebrieren. Die Sekte wird im Moment dadurch gelähmt, dass ihr heiliger Ort an finanzkräftige Ungläubige verkauft werden soll. Der Brand hat jedoch potenzielle Immobilienkäufer abgeschreckt und könnte den Lernzentristen so helfen, ihren Wahn in die Tat umzusetzen.

4. Der VorSTand: Die Clique aus dem Althoff-Haus wäre gut beraten, das Bettenhochhaus einem warmen Abriss zu unterziehen, anstatt dort beim Erneuern der Tapeten irgendwann feststellen zu müssen, dass in der DDR mit Asbest gebaut wurde. Bis jetzt behaupten KME und AGK ja noch, dass die DDR zwar immer Asbest verbaut hätte, nur bei der Charité nicht. Doch vielleicht ahnt der VorSTand ja, dass auch in den Mauern des Bettenhochhauses der gute russische Rohstoff schlummern könnte? Dann wären sie gut beraten, schonmal den warmen Abriss an einem kleineren Gebäude zu üben, um später schnell zur Tat schreiten zu können. Denn Asbest brennt schlecht, und es ist noch keiner Meister vom Himmel gefallen. (Es hat auch noch nie ein Meister im Referat für Studienangelegenheiten gearbeitet, aber das ist ein anderes Thema)

Das sind vier bestechend logische Motive, die so viele potentielle Täter vermuten lassen, dass wir ihnen den hiesigen Raum für Spekulationen lassen wollen, bevor wir bei Gelegenheit den endgültigen Beweis veröffentlichen werden...

Jedoch sei noch ein Lob an dieser Stelle angebracht: Anders als die Dilettanten im Virchowweg, die nichtmal ordentlich kokeln können, hat die für ihre Freundlichkeit gefürchtete Pressefee der Charité ganze Arbeit geleistet: Im Tagesspitzel ist tatsächlich von "modernen [sic!] Labors" die Rede. Als ob es so etwas auf dem Mutterschiff geben würde!

Mit Verlaub,

ihre Mistprinten