Wer Kontakte ins Versicherungsgewerbe hat, weiß vielleicht, dass schlecht laufende Gaststätten eher auf mysteriöse Art und Weise in Flammen aufgehen, als dass sie geordnet Insolvenz anmelden. Doch warum brannte am 17. Januar 2011, zu Zeiten, wo im Referat für Studienangelegenheiten sonst nur Kaffee getrunken und über die viele, unmöglich zu schaffende Arbeit gejammert wird, die alte Zahnklinik beinahe ab? Ja, zweifelsfrei, wenn die Charité eine Gaststätte wäre, müsste schon längst mal jemand den Kanister Benzin geordert haben, um die ganze Misswirtschaft in einem ordentlichen Versicherungsbetrug enden zu lassen. Aber die alte Zahnklinik? Wer könnte ein Motiv haben, dieses Schmuckstück einstmals glorreicher Zeit, ganz in Reichweite des legendären Weinkellers im Bundeswirtschaftsministerium, anzuzünden?
Wir haben uns mal Gedanken gemacht:
1. Die Stundenplaner: Am 17. Januar waren die Stundenpläne für das nächste Semester bereits 14 Tage überfällig. nach 14 Tagen intensiven Ausredensuchens könnte man auf die Idee gekommen sein, einfach den Arbeitsplatz anzuzünden und die fehlenden Stundenpläne zum Opfer der Flammen zu erklären.
2. Die Raumplaner: Das warten auf das Raumnotchaos lähmt die Fakultät seit Jahresbeginn, jeder hat Angst, auch nur einen Schlüssel in ein Schloss zu stecken, aus Furcht, dass ihm deswegen der schwarze Peter zugeschoben wird, sobald erkannt wird, dass 50 Kleingruppen nicht in 40 Räume passen. Mit dem Brand gäbe es jetzt eine höhere, schuldige Gewalt, und die Mitarbeiter der Fakultät könnten wieder ohne Angst arbeiten.
3. Die Lernzentristen: Eine ominöse, statusübergreifende Sekte will im Virchowweg 24 ein Lernzentrum errichten und dort schwarze Lernmessen zelebrieren. Die Sekte wird im Moment dadurch gelähmt, dass ihr heiliger Ort an finanzkräftige Ungläubige verkauft werden soll. Der Brand hat jedoch potenzielle Immobilienkäufer abgeschreckt und könnte den Lernzentristen so helfen, ihren Wahn in die Tat umzusetzen.
4. Der VorSTand: Die Clique aus dem Althoff-Haus wäre gut beraten, das Bettenhochhaus einem warmen Abriss zu unterziehen, anstatt dort beim Erneuern der Tapeten irgendwann feststellen zu müssen, dass in der DDR mit Asbest gebaut wurde. Bis jetzt behaupten KME und AGK ja noch, dass die DDR zwar immer Asbest verbaut hätte, nur bei der Charité nicht. Doch vielleicht ahnt der VorSTand ja, dass auch in den Mauern des Bettenhochhauses der gute russische Rohstoff schlummern könnte? Dann wären sie gut beraten, schonmal den warmen Abriss an einem kleineren Gebäude zu üben, um später schnell zur Tat schreiten zu können. Denn Asbest brennt schlecht, und es ist noch keiner Meister vom Himmel gefallen. (Es hat auch noch nie ein Meister im Referat für Studienangelegenheiten gearbeitet, aber das ist ein anderes Thema)
Das sind vier bestechend logische Motive, die so viele potentielle Täter vermuten lassen, dass wir ihnen den hiesigen Raum für Spekulationen lassen wollen, bevor wir bei Gelegenheit den endgültigen Beweis veröffentlichen werden...
Jedoch sei noch ein Lob an dieser Stelle angebracht: Anders als die Dilettanten im Virchowweg, die nichtmal ordentlich kokeln können, hat die für ihre Freundlichkeit gefürchtete Pressefee der Charité ganze Arbeit geleistet: Im Tagesspitzel ist tatsächlich von "modernen [sic!] Labors" die Rede. Als ob es so etwas auf dem Mutterschiff geben würde!
Mit Verlaub,
ihre Mistprinten
1 Kommentar:
Es beschleicht mich die Hoffnung, dass die Missed Printen tatsächlich wieder da sind? War es Wachkoma oder Betäubung? War es etwa Schwäche oder Blindheit? Leute bleibt dran, es wird noch von vielen an vielen Stellen gezündelt und die Flamme getarnt.
Da fällt mir noch ein: Vielleicht war es der Pförtner aus dem OE-Asterix, weil er die Fragen nach der Seminargruppe nicht mehr ertrug? Eine optimistische Mitleserin
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