Geneigte Leserschaft!
Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Fabriken nie in Hochhäusern untergebracht sind? Oder warum es keinen Supermarkt im 20. Stock gibt? Vielleicht auch, warum Containerlager eher bodenständig als in großen Höhen zu finden sind?
Nein? Dann haben Sie sich auch bestimmt noch nie gefragt, warum Krankenhäuser nie in Hochhäusern untergebracht sind. "Aber, das Bettenhochhaus..." werden Sie jetzt sagen. Und ein bisschen Recht haben Sie damit auch. Aber ist es wirklich sinnvoll, ein Krankenhaus, welches ja auch eine ganze Menge an Material braucht und verbraucht, Abfall produziert und den Patienten meistens das Essen bis ans Bett bringt, in über 20 Stockwerken unterzubringen?
Oder hätte man im Rahmen der Umbauarbeiten an der Charité nicht vielleicht mal überlegen sollen, ob nicht der letzte Krankenhausturm in Deutschland geschliffen werden kann?
Aber es gibt noch eine Hoffnung! Wenn man nämlich das Bettenhochhaus von unten nach oben saniert, kann man einfach auf der Etage aufhören, auf der das Geld aus ist. Denn welches größere Bauprojekt seit dem Koloss von Rhodos wurde schon zu dem Preis fertig, zu dem es angefangen wurde?
Denn selbst wenn kein Asbest gefunden wird, dürfte der Finanzrahmen für den Umbau locker gesprengt werden. Und auch wenn unser geliebter Führer KME es bei dem Interimsbau ganz clever geschafft hat, die Kosten zum Teil auf die Fakultät abzuwälzen (indem er nämlich die von der Klinik zu tragenden investiven Mittel für den Containerkauf in von der Fakultät mitzutragende konsumtive Ausgaben für die Containeranmietung umwandelte, und damit mal wieder eine veritable Sparwelle an der Fakultät induzierte, unter der Lehre und Forschung schon bald leiden werden), dies dürfte ihm bei der Größenordnung der Umbaukosten kein weiteres Mal gelingen.
Gut, dass durch das Berliner Institut für Gesundheitsforschung, das Charité und Max-Delbrück-Centrum bilden werden, demnächst einige Dutzend Millionen Euro in die Kassen gespült werden. Dumm nur, dass diese zu weiten Teilen schon versprochen wurden. Gut wiederum, dass Versprechungen des VorSTands an der Charité eh niemand mehr Glauben schenkt. Dann kann und wird man das Geld nämlich gleich an die Baufirmen weiterleiten und die ÄrztInnen, ForscherInnen und Studierenden an der Charité dürfen mal wieder den Gürtel enger schnallen. Vom Pflegepersonal und den von der CFM geknechteten Arbeitssklaven ganz zu schweigen.
Und wenn dann im Wahljahr 2016 der Eröffnungstermin des neuen Bettenhochhauses überraschend verschoben werden muss, ist vielleicht schon der Flughafen BER fertig, so dass KME und Wowereit dem Berliner Baustaub durch einen Flug in die Südsee elegant entkommen können.
Mit ausgeschöpften Grüßen
Ihre Mistprinten
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